Nachher

von Margarete Schebesch (2003) 

Und eines Tages kam der große Sturm
Mit Blitz und Donner, und mit Wind und Regen,
Und alle Glocken läuteten im Turm,
Beschworen so den Sturm, sich doch zu legen.

Doch dieser tobte weiter vollter Wut
Als kümmere ihn nicht, was er zerstörte.
Er war wie Gottes Zorn, der sich entlud
Auf alles, was der Schöpfung angehörte.

Erst als das Land verwüstet war und leer
Kam endlich Ruhe in die Urgewalten,
Doch alles lag in Trümmern, nichts stand mehr,
Kein Haus, kein Baum hatte ihm standgehalten.

Und über allem Unheil lag das Licht
Der Sonne und erhellte, was geschehen.
Nur weit entfernt war eine dunkle Schicht
Aus Wolken hoch am Horizont zu sehen,

Die langsam anschwoll und sich näher schob
Und ihren Schatten auf die Trümmer legte.
Doch wer die Augen zu dem Schatten hob,
Der sah, daß diese Wolke sich bewegte,

Wie sie zerfiel in eine große Schar
Von Körpern, die die Sonnenstrahlen fingen,
Denn diese große, dunkle Wolke war
Ein Schwarm von vielen bunten Schmetterlingen!